Einsatzdetails

Einsatz Datum Uhrzeit Einsatzart Einsatzort
Alarmübung 20.10.2007 14:00:00 Tech. Hilfe Betonsteinwerk Metten
Bericht

Alarmübung aller Overather Standorte mit Unterstützung durch den Einsatzleitwagen 2 des Rhein.-Berg.-Kreises, Drehleiter Lohmar, diverse Hilfsorganisationen, Schmickgruppe des Roten Kreuzes sowie diverser Statisten. siehe Presseberichte (mb)

Rhein-Berg-Online / Stefan Kunze

Overath - Dichte Rauchschwaden zogen am Wochenende über das Gewerbegebiet an der Hammermühle. Der Duft von verbranntem Gummi lag über dem Gelände. Immer wieder ließen Explosionen die Menschen zusammenzucken. Dann bogen plötzlich in hohem Tempo zahlreiche Feuerwehrautos um die Ecke, voll besetzt mit Wehrleuten aus sämtlichen Overather Wachen. „Das ist unsere Jahresübung“, erklärte Michael Beck von der Overather Wehr, sichtlich erfreut ob der vielen Brände, die nun bekämpft werden sollten. Die Firma Metten hatte ihr Gelände für die Übung zur Verfügung gestellt. Auf dem verwinkelten Anwesen konnten verschiedene Einsätze geübt werden. So sollten die Wehrleute, ausgestattet mit Atemschutzgeräten, in einer verrauchten Halle eine vermisste Person suchen. Bei einem anderen Löschauftrag ging es auf das Dach einer Lagerhalle - eine Gasflasche stand dort in Flammen. Im hinteren Bereich des Firmengeländes hatten die Feuerwehrleute einen Container mit Holz gefüllt. „Da ist ein Auto reingefahren und wird beim Eintreffen der Feuerwehr lichterloh brennen“, erklärte Beck diese Übung. Mit einer Fernzündung brachten die Brandbekämpfer Container und Auto zum Brennen. Es gab einen lauten Knall und Container und Auto brannten lichterloh. Schnell war das Gelände von Rauchschwaden überzogen. Kurze Zeit später fuhren auch schon zwei Fahrzeuge der Vilkerather Löschgruppe um die Ecke. Schläuche wurden ausgerollt, miteinander verbunden und dann hieß es: „Wasser Marsch“. Die ersten 2500 Liter Wasser kamen aus einem Tank im Feuerwehrwagen. „Den Rest holen wir aus der Agger. Es gibt extra fest installierte Rohrleitung von der Agger hier ins Industriegebiet“, erklärte Michael Beck. Andernfalls müssten die Schläuche bei einem Brand über die Schienen neben der Agger gelegt werden - der Zugverkehr käme dann zum Erliegen. „Wir haben zum Glück gute Kontakte zu einigen Schrotthändler. Übers Jahr brauchen wir schon den ein oder anderen Wagen zum Üben“, sagte Michael Beck angesichts des vor sich hin brennenden Autos. An einer anderen Stelle hatte eine Raupe ein Fahrzeug eingequetscht. Drei Statisten mussten sich in den Wagen setzen und auf Hilfe warten.Mit fachmännischem Blick prüften die Männer der angerückten Wehrgruppe, was zu tun sei. Schnell war klar: Ohne Schneiden geht hier nichts. Also fingen sie an, die Seitenscheiben des Autos abzukleben und die „Opfer“ unter Decken zu schützen. „Wenn wir das Auto aufschneiden, verletzten wir die Leute sonst noch durch herumfliegende Splitter“, erklärte Nikolaus Habers von der Overather Feuerwehr die Aktion. Mit einer kleinen Säge zerteilten die Männer die Windschutzscheibe. Kurz angesetzt, und schon war sie weg. Anschließend konnte sich der Notarzt in den Wagen setzen und die erste medizinische Versorgung üben.

www.rhein-berg-online.ksta.de/html/artikel/1190968713829.shtml
Bergische Landeszeitung / Lutz Blumberg

Extrem-Übung in Overath OVERATH. Als die ersten Einsatzwagen auf das Firmengelände an der Hammermühle einbiegen, ist ein lauter Knall zu hören. Sehen können die Feuerwehrmänner noch nichts, sie fahren zwischen haushoch aufgestapelten Paletten hindurch. Ein zweiter Knall. Die Paletten mit Steinplatten zittern wie bei einem Erdbeben. Hinter einer weiteren Halle sehen die Einsatzkräfte der Löschgruppe Vilkerath den Grund für die Explosion: Ein Auto steht in Flammen, direkt neben einem Tankbehälter. Die Männer springen aus den Wagen, der Tank muss gekühlt werden, sonst gibt es eine weitere Explosion. Ein paar Minuten reicht der Wasservorrat aus dem Tanklöschfahrzeug, dann muss mehr Wasser her - aus der Agger. Was da passiert sein soll, hätte an einem Freitag dem 13. nicht schlimmer kommen können, selbst wenn ein ganzes Rudel schwarzer Katzen mit im Spiel gewesen wäre: Im Silo-Turm ein Mann verschüttet, eine Halle in Flammen, ein Gabestapler hat ein Auto gerammt, ein weiteres Auto ist explodiert, auf dem Dach brennt eine Gasflasche und ein Arbeiter ist von Dach gestürzt. „So viele Schreckensszenarien würden in der Realität niemals aufeinandertreffen“, sagt Feuerwehr-Pressesprecher Michael Beck. Die Übung bringt die Feuerwehr an die Leistungsgrenze. Das ist freilich so gewollt. Schweißüberströmt sitzen Christoph Kreuzer und Thomas Dallmer auf dem Boden, gerade haben sie die Atemschutzmasken abgenommen. Aus einer verrauchten Halle haben sie Verletzte gerettet. „Man konnte die Hand nicht vor Augen sehen, wir mussten über den Boden robben“, berichtet Christoph Keuzer. Draußen liegen die Geretteten auf Tragen. Astrid Borgmann hält einen Infusionsbeutel in die Höhe. Das Blut spritzt, allerdings nur künstliches. Kritisch beobachtet Ann-Kathrin Ebersbach die Darstellung. Auf dem Rücken ihrer Warnweste steht „Realistische Notfalldarstellung“. Die Schminkspezialisten des DRK haben die Opfer so realistisch zugerichtet, dass selbst erfahrenen Feuerwehrmännern die Spucke wegbleibt. Zwischenzeitlich rasen auch die Rettungswagen im Minutentakt durch das Haupttor. Zwischen 15 und 20 „Schwerverletzte“ haben die Männer am Funk um Michael Franken an die Leitstelle gemeldet, jetzt laufen Rettungspläne an. Michael Franken ist der Einsatzleiter und spricht pausenlos ins Funkgerät. Aus Lohmar hat er die Drehleiter angefordert. Im Inneren des Einsatzleitwagens laufen die Fäden zusammen. „Vor allem wollen wir ja auch die Kommunikation üben“, sagt Michael Beck. Nach rund zwei Stunden endet die Übung, die von neutralen Beobachtern überwacht wird. Die werden jetzt mit Film- und Fotoaufnahmen das Zusammenspiel der rund 100 Einsatzkräfte auswerten.

www.rundschau-online.de/html/artikel/1190991956663.shtml

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