Pressestimmen zur Standort Diskussion

Seit Mai 2004 gibt es immer wieder Gespräche zwischen Feuerwehr und Stadtverwaltung das Gerätehaus zu erweitern, modernisieren oder zu verlagern. Dazu aktuelle Pressestimmen:


Kölner-Stadt-Anzeiger

Die Wege werden weiter

Von Stefan Kunze, 02.07.09, 16:25h (Rhein-Berg-Online.de)

Möglicherweise zieht die Overather Feuerwehr auf das ehemalige Gelände von VW-Stein im Gewerbegebiet Diepenbroich. Die Feuerwehrleute haben Kritik am möglichen neuen Standort geäußert - die Retter bräuchten deutlich länger bei Einsätzen.


Overath - Bei der Wehr rumort es. Grund sind Pläne der Verwaltung, die Wache vom heutigen Standort in der Ortsmitte auf das ehemalige Gelände von VW-Stein im Gewerbegebiet Diepenbroich umzulegen. „Der alte Standort ist nach unserer Meinung besser geeignet“, sagte Michael Beck von der Overather Löschgruppe. Er arbeitet mit anderen Feuerwehrleuten in einer Arbeitsgruppe, die sich Gedanken über einen neuen Standort machen sollten. Als die Stadt sie nach ihrer Meinung zum möglichen Umzug fragte, zeigten sich sich Anfang des Jahres nach eigenen Worten eher ablehnend. „Am neuen Standort hätten wir Probleme, die Zeiten des Brandschutzbedarfsplans einzuhalten“, erklärte Löschzugführer Manfred Waltenspiel.

Die meisten Einsätze gibt es im Ortskern. Der Großteil der aktuell 44 aktiven Helfer wohnt auch im Overather Zentrum. Bei einem Einsatz sind sie schnell am Feuerwehrhaus und von hier am Einsatzort. „Am neue Standort wäre das anders. Wir müssten dann erst alle da rausfahren, und bei fast allen Einsätzen zurück in die Stadt“, erklärte Beck. Der Brandschutzbedarfsplan könnte so häufig nicht eingehalten werden.

Nach ihren Berechnungen bräuchten sie im Idealfall - etwa an einem verkehrsarmen Sonntagmorgen - bei einem Brand 70 Sekunden länger als heute. „Bei starkem Verkehr in der Hauptverkehrszeit sind das auch schnell vier Minuten mehr, weil sich alle mit dem Pkw durch den Verkehr quälen müssten“, sagte Beck. Laut Brandschutzbedarfsplan muss das erste Fahrzeug nach acht Minuten am Einsatzort sein, nach zwölf Minuten der zweite Wagen. „Wenn die Wache nicht mehr gut sichtbar im Zentrum ist, kriegen wir Probleme mit dem Nachwuchs“, befürchtet Beck. Ein neuer Standort ist laut Feuerwehr unbedingt notwendig. Das alte Gebäude sei viel zu klein und für die großen Fahrzeuge heute nicht mehr zulässig. Beck und Waltenspiel haben sich Gedanken gemacht, wie eine neue Wache auf dem heutigen Gelände unterkommen könnte. Die beiden Grundstücke neben der Wache gehören ebenfalls der Stadt uns sollten der neue Wache weichen. Mitte August soll es ein Treffen mit der Stadt und dem Kreisbrandmeister geben. „Vorher sage ich nichts dazu“, sagte Bürgermeister Andreas Heider.

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Warten auf neue Zahlen

Von Stefan Kunze, 12.07.09, 17:36h

Vor der Kommunalwahl soll über den neuen Feuerwehrstandort in Overath nicht entschieden werden. Für einen neuen Stadtort ist unter anderem das Steingelände im Gewerbegebiet Diepenbroich im Gespräch. Im September liefert der Brandschutzbedarfsplan neue Fakten.

Overath - In der Debatte um den neuen Standort für die Overather Feuerwehr wollen die Politiker auf genaue Zahlen warten. Bürgermeister Andreas Heider sagte, er werde dem Stadtrat im September den neuen Brandschutzbedarfsplan vorlegen. Darin seien genaue Daten aufgelistet. Dann sollten mehrere Standorte geprüft werden. Im Gespräch seien das Steingelände im Gewerbegebiet Diepenbroich, das alte Gelände im Zentrum und ein Bau an der Perenchies-Straße vor dem Schulzentrum. SPD-Bürgermeisterkandidatin Ruth Rocholl und Kandidatin Dagmar Keller-Bartel von den Grünen äußerten sich ähnlich. Rocholl betonte, die SPD habe sich bewusst noch nicht auf einen Standort festgelegt, bevor die genauen Daten ermittelt seien. Sie persönlich können die Sorge einiger Feuerwehrleute nachvollziehen, ein Standort außerhalb des Zentrums könne negative Folgen für den Stellenwert und die Nachwuchssuche der Feuerwehr haben. Keller-Bartel betonte, bei der Suche nach einem Standort dürften die Rettungswache und deren Einsatzanforderungen nicht vergessen werden.

Ein anderes kostenträchtiges Feuerwehrthema hat sich hingegen beinahe erledigt. Der Kauf eines teuren Drehleiterwagens bleibt den Overathern voraussichtlich erspart. Im Brandschutzbedarfsplan von 2004 hatten die Prüfer kritisiert, dass die Rettung bei insgesamt neun Gebäuden mit mehr als zwei Stockwerken schwierig sei. Bei sieben dieser Gebäude wurde laut Heider inzwischen ein zweiter Rettungsweg eingerichtet, um nicht auf das rund 750 000 Euro teure Spezialfahrzeug zurückgreifen zu müssen. Bei den verbliebenen Gebäuden werde eine Lösung gesucht.

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Hauptsache kurze Anfahrt

Von Stefan Kunze, 18.08.09, 18:35h

Die Diskussion hat begonnen - doch da kein Geld da ist, wird das Projekt auch 2010 nicht mehr starten. Klar ist nur: Die Overather Feuerwehr braucht einen neuen Standort.

Overath - Die Debatte um den neuen Standort des Overather Feuerwehrhauses hat keine Eile: Die Stadtkasse ist leer, in diesem und mindestens dem kommenden Jahr ist kein Geld für das Projekt da. Feuerwehr, Stadtverwaltung, Bürgermeister Andreas Heider (CDU) und Vertretern der Kreisfeuerwehr diskutierten bei einem gemeinsamen Treffen über mögliche Standorte. Favoriten sind der heutige Standort und das Steingelände im Gewerbegebiet Diepenbroich.Die Notwendigkeit eines Neubaus ist unbestritten, der Raumbedarf auch. Immerhin muss das Gebäude mindestens 50 Jahre lang den Ansprüchen moderner Brandbekämpfer genügen. Mit im Boot bei der Entscheidung ist das Ingenieurbüro, das den Brandschutzbedarfsplan in Overath erstellt. Sie prüfen die Varianten. Sollte die Wahl auf das Steingelände fallen, müssten beispielsweise einige Löschbezirke geändert werden. Die Feuerwache stünde dann östlich außerhalb des Ortes. Die Retter, die zum Großteil im Zentrum wohnen, müssten erst aus dem Ort rausfahren und dann im Einsatzfahrzeug zurück. Das dauere zu lange, befürchten einige Feuerwehrleute. Laut Brandschutzbedarfsplan muss bei einem Einsatz innerhalb von acht Minuten der erste Wagen vor Ort sein. „Von welcher Wache die dann kommen, ist aber erstmal egal. Sie müssen nur schnell da sein“, sagte Heider. Das hieße dann beispielsweise für die Heiligenhauser Feuerwehr, dass sie unter Umständen Löschbezirke im Overather Zentrum mit übernehmen müssten. Andererseits gab Heider zu bedenken, dass auch der heutige Standort Schwächen habe. „In nördlicher Richtung sind von da aus auch Gebiete unterversorgt“, sagte er.

Die endgültige Entscheidung wird laut Heider nicht mehr in diesem Jahr fallen. Im Oktober soll es ein weiteres Treffen der Arbeitsgruppe geben.

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Große Pläne, aber kein Geld in der Kasse

Von Stefan Kunze, 19.01.11, 15:59h (Rhein-Berg-Online.de)

In der Stadt Overath wird um den Standort für eine neue Feuerwache im Zentrum gerungen. Die alte Wache ist marode und deutlich zu klein. Geld für einen Neubau ist aber auch knapp.

Overath Nach rund zehnjähriger immer wieder aufflammender Diskussion über einen neuen Standort sollten die Mitglieder des Stadtrates diese Woche über die Varianten umfassend informiert werden. Die Entscheidung soll dann für die kommenden 50 bis 100 Jahre Bestand haben.

Drei Alternativen stehen zur Verfügung: der alte Standort im Zentrum, erweitert um die Flächen der beiden Häuser links daneben, die abgerissen würden. Alternative zwei ist ein Grundstück jenseits der Agger auf der Ecke Pérenchiesstraße zum Schulzentrum. Die Straße, die rechts hinter der Brücke zur Schule abbiegt, soll ein Stück in Richtung Agger verlegt werden. Dadurch entstünde linker Hand Platz für die Feuerwache. Der dritte mögliche Standort befindet sich außerhalb der Stadt im Gewerbegebiet Diepenbroich. Früher hatte VW Stein dort einen Standort.

Die Rettungswache des Rheinisch-Bergischen Kreises soll ebenfalls in die neue Wache integriert werden. Der Kreis ist mit allen Alternativstandorten einverstanden, favorisiert wegen der Nähe zur Autobahn und damit dem Sülztal aber das Steingelände.

Grundsätzlich ist nach einer Untersuchung an allen drei Standorten ausreichend Platz für alle Bauten, auch wenn es am alten Feuerwehrstandort im Overather Zentrum eng wird: die Gebäude müssten etwas gestaucht werden, Baugrenzen zur Bahntrasse hin können nicht eingehalten werden und 19 bislang öffentliche Parkplätze An den Gärten fielen weg.

Die Feuerwehr selbst ist geteilter Meinung ob des günstigsten Standortes. „Von den Hilfsfristen her müssten wir am alten Standort bleiben“, sagte Wehrleiter Willi Schmitz. Trotzdem tendiert er aus gesamtstädtischer Sicht zum Standort Stein-Gelände. Ab dem Jahr 2014 muss Overath einen Leiterwagen für das ganze Stadtgebiet bereithalten. Vom Steingelände aus wären die Feuerwehrleute im Leiterwagen zügig auf der Autobahn und im Sülztal.

Die Löschgruppe Overath möchte ihren alten Standort hingegen behalten. Der Anfahrtweg zur möglichen Wache auf dem Steingelände über die Hauptstraße dauere im Stau zu lange. Von der Pérenchiesstraße aus seien kritische Orte wie die Gewerbegebiete Hammermühle und Diepenbroich an der Autobahn zu weit entfernt. Vom alten Standort aus sei der gesamte Ort am besten zu erreichen.

Die Verwaltung hat ebenfalls keine einheitliche Meinung. Bürgermeister Andreas Heider vertritt die selbe Meinung wie die Löschgruppe Overath. Stadtkämmerer Klaus Peter Schulz ist aus finanzieller Sicht für die Pérenchiesstraße. Diese Variante ist ebenso wie das Steingelände für gut 4,6 Millionen Euro zu haben. Der Kreis steuert für die Rettungswache jeweils rund 500 000 Euro bei. Zudem könnte bei diesen Varianten das Grundstück der alten Wache verkauft werden. Die Stadt hofft auf 1,3 Millionen Euro, die - sofern die Kommunalaufsicht zustimmt - in den Neubau fließen könnten. Ein Bau am alten Standort wäre rund 600 000 Euro teurer. Geld ist für keine der drei Varianten vorhanden. Ein Investor soll die Feuerwache bauen, und die Stadt müsste dann eine jährliche Miete zahlen.

Eine entscheidende Frage zum Standort ist die nach einer hauptberuflichen Wache, die nach Meinung des stellvertretenden Overather Wehrleiters in den nächsten 20 Jahren kommt. „Wir werden aber so lange wie möglich versuchen, mit Ehrenamtlern auszukommen“, sagte er. Deswegen sei der alte Standort im Zentrum zurzeit noch am besten. Die Wache sei im Zentrum, die Feuerwehrleute wohnten in der Nähe. Mit der hauptamtlichen Wache würden dann in den nächsten Jahren die Karten neu gemischt.

In den kommenden Wochen wird die Standortfrage im Bau- und im Haupt- und Finanzausschuss weiter beraten werden. Die Wehrleitung wird den Politikern in den Fraktionssitzungen Rede und Antwort stehen. Anschließend müssen die Fraktionen im Stadtrat eine Entscheidung treffen.

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Bergische Landeszeitung

Löschzug will Standort retten


Von Guido Wagner, 03.07.09, 07:06h

Die angekündigte Verlegung des Feuerwehrgerätehauses ins Gewerbegebiet Diepenbroich sorgt bei der Feuerwehr für gewaltigen Unmut. Befürchtet wird, dass im Ernstfall der Weg nach Overath zu weit weg wäre.

OVERATH. „Wenn das Feuerwehrgerätehaus aus der Stadtmitte ins Gewerbegebiet Diepenbroich verlegt würde, könnten wir den Menschen in Overath im Notfall nicht mehr so schnell helfen und sie letzen Endes nicht mehr im kompletten Umfang ausreichend schützen“, verdeutlicht Löschzugführer Manfred Waltenspiel, was die von der Stadt geplante Verlegung des Feuerwehrstandorts auf das ehemalige Autohaus-Stein-Gelände aus Feuerwehrsicht bedeuten würde. In Waltenspiels Einheit rumort es: „Bisher hat noch keiner aus der Stadtverwaltung mit uns über diese Pläne gesprochen.“ Dabei werde im Rathaus kräftig für den Umzug der Feuerwehr geplant. Bereits Anfang des Jahres hatten die Feuerwehrleute ihre Bedenken der Stadt schriftlich mitgeteilt. „Für 80 Prozent der Mitglieder unseres Löschzugs wäre die Anfahrt dorthin weiter“, sagt Manfred Waltenspiel. Zwischen zwei und vier Minuten Verzögerung würde das bedeuten, hat eine achtköpfige Projektgruppe des Löschzugs herausgefunden.
„Hilfsfristen könnten nicht eingehalten werden“

Auf einer Karte haben Löschzug-Pressesprecher Michael Beck und seine Kameraden die Adressen der 43 Löschzugsmitglieder genau eingezeichnet und die Zeiten von den jeweiligen Haustüren bis zum alten und zum potenziellen neuen Gerätehausstandort ermittelt. Ergebnis: „Derzeit können wir sternförmig zum Gerätehaus kommen, künftig müssten die meisten auf der Anfahrt ohne Blaulicht erst durch die ganze Stadt.“

„Die im Brandschutzbedarfsplan festgelegten Hilfsfristen - beispielsweise, dass acht Minuten nach der Alarmierung das erste Fahrzeug am Einsatzort sein muss - ließen sich nicht mehr einhalten“, so Löschzugführer Waltenspiel, „für uns ist das das entscheidende Kriterium, das nicht tragbar ist.“ Auch die Motivation werde leiden, wenn die Einheit selbst im eigenen Zuständigkeitsbereich immer nur noch Zweiter am Einsatzort wäre und in einer Vielzahl von Fällen gar nicht mehr zum Einsatz käme.

Als Alternative haben die Feuerwehrleute einen Neubau am bisherigen Standort durchgerechnet. Ergebnis: Wenn man die beiden angrenzenden und ebenfalls in städtischem Besitz befindlichen Grundstücke bis zur ehemaligen Kneipe „Trotzdem“ hinzunähme, ließe sich problemlos ein Neubau errichten. Dass ein solcher nötig ist, daran hat auch die Stadt grundsätzlich keine Zweifel. Auch in Diepenbroich würde nach ihren Plänen ein Neubau entstehen.

Aber auch am bisherigen Standort könnte ein neues Feuerwehrgerätehaus mit bis zu elf Toren Platz finden. Denn mittelfristig sollen die bisher vier Wagen laut Feuerwehr noch aufgestockt werden, etwa um ein Spezialfahrzeug vom Kreis und die im Brandschutzbedarfsplan vorgesehene Drehleiter. Eine Integration der Rettungswache sei ebenfalls möglich, so Waltenspiel.

Mitte August hat der Löschzug nun einen Gesprächstermin im Rathaus.

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„Entscheidung fällt erst nächstes Jahr“

Von STEPHAN BROCKMEIER, 20.08.09, 23:36h

OVERATH. In der Sache nichts Neues, dafür aber ein deutlich besseres Klima: Das ist das Ergebnis eines gemeinsamen Gesprächs von Stadt und Feuerwehr Overath im Feuerwehrgerätehaus. An der Zusammenkunft am Montagabend nahm neben Bürgermeister Andreas Heider und seinem 1. Beigeordneten Bernd Sassenhof auf der einen Seite und Vertretern der Overather Feuerwehr auf der anderen Seite auch Kreisbrandmeister Wolfgang Weisen teil.
Weiden machte nach Angaben von Heider deutlich, dass aus Sicht der Feuerwehr entscheidend sei, dass die Acht-Minuten-Hilfsfrist für das Eintreffen der Retter an einer Unglücksstelle eingehalten werde. Diese Frist sehen örtliche Feuerwehrleute als gefährdet an, wenn das Gerätehaus aus dem Schatten der Pfarrkirche St. Walburga auf das Grundstück von VW Stein am östlichen Stadtrand verlegt würde und die überwiegend im Stadtzentrum wohnenden Freiwilligen sich erst mit ihren Privatfahrzeugen über die Hauptstraße quälen müssten und erst vom Stadtrand aus mit Blaulicht und Martinshon ausrücken könnten.

Laut Heider ist es dagegen feuerwehrtechnisch durchaus vorstellbar, dass der Brandschutz für den westlichen Teil des Zentrums durch die westlich von Overath stationierte Löschgruppe Heiligenhaus übernommen würde.

Dies seien aber ungelegte Eier, sagt Heider. Er habe den Wehrleuten versichert, dass über ihre Köpfe hinweg keine Entscheidung getroffen werde.

Das Stein-Gelände sei auch nur gekauft worden, weil es für städtische Zwecke gesichert werden sollte. „Hätten wir es nicht gekauft, wäre es innerhalb von drei Wochen anderweitig veräußert worden und wir könnten dann nicht mehr damit planen.“ Sollte die Feuerwehr nicht dorthin wechseln, werde die Stadt keine Probleme haben, das Grundstück anderweitig zuu vermarkten. Heider zur BLZ: „Die Entscheidung ist offen, und sie wird nicht mehr dieses Jahr fallen.“

Bei der Zusammenkunft sei allen Beteiligten klar gewesen, dass es keine „Hundert-Prozent-Lösung“ geben könne, sondern dass jede Entscheidung ihre Vor- und Nachteile habe. Wo auch immer das neue Gerätehaus entstehe, müsse es so beschaffen sein, dass es für die Anforderungen der nächsten 50 Jahre Bestand haben könne.

Die nächste Zusammenkunft zur Beratung über die Zukunft des Overather Löschzuges soll es im Oktober geben. Mit den Vorsitzenden der Ratsfraktionen sei er sich einig, dass es eine „fundierte Entscheidung“ geben solle, die nicht in der Hitze des Wahlkampfes gefällt werden solle.

Für die Overather Feuerwehr bestätigte ihr Löschzugführer Manfred Waltenspiel auf Anfrage, dass es sich um eine „sehr konstruktive Gespräch gehandelt“ habe. In der Sache sei zwar nichts Neues herausgekommen, aber man werde weiter über das Thema im Gespräch bleiben. (sb)

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Wie viel darf die Sicherheit kosten?

Von Stephan Brockmeier, 19.01.11, 14:43h

OVERATH Um das zukünftige Quartier der Feuerwehr im Overather Hauptort ging es gestern Abend in einer Sondersitzung des Stadtrates. In der dreieinhalbstündigen Beratung des Tagesordnungspunktes wurde schnell klar: Die Spitze der Stadtverwaltung ist sich in dieser Frage ganz ausdrücklich nicht einig, es gibt, was ungewöhnlich ist, keine abgestimmte Verwaltungsmeinung. Und die Spitze der Feuerwehr ist sich ebenfalls nicht einig.

Während Willi Schmitz als Wehrleiter der Gesamtstadt auf Nachfragen von Bürgermeister Andreas Heider (CDU) für einen Wechsel vom jetzigen Standort auf das ehemalige Gelände der Firma Stein am östlichen Ortsrand plädierte, sprach sich sein Stellvertreter Michael Franken dafür aus, auf lange Sicht am derzeitigen Standort an der Propsteistraße zu bleiben und dort auch neu zu bauen. Ihm applaudierten zahlreiche Mitglieder des Löschzuges Overath, die die meisten der rund 30 Zuhörer der abendlichen Sitzung stellten. Auch der vor anderthalb Wochen neu ins Amt gekommene Chef der Feuerwehreinheit des Zentralortes, Hauptbrandmeister Björn Tenten, warb ausdrücklich für den jetzigen Standort.

Dagegen hielten sich die Ratsmitglieder wie vorher vereinbart mit Bewertungen und Plädoyers zurück. Sie ließen sich stattdessen ausführlich von drei Sachverständigen über finanzielle und bautechnische, vor allem aber über Sicherheitsfragen informieren. Für den gegenwärtigen Standort spricht insbesondere, dass die Hilfsfristen die besten sind: Im Alarmfall sind die bislang durchweg freiwilligen Feuerwehrleute am schnellsten auf den Löschfahrzeugen und an an der Einsatzstelle. Andererseits ist der Standort nach Rechnung der Stadtverwaltung aber auch mit Abstand am teuersten, was die Baukosten angeht.

Jedoch wiesen gleich mehrere Redner darauf hin, dass man neben den Baukosten auch auf die Personalkosten achten müsse. Overath hat aufgrund einer bis 2014 befristeten Ausnahmegenehmigung der Bezirksregierung noch keine Berufsfeuerwehr, weil die freiwillige Wehr derzeit noch leistungsfähig genug ist. Sollte sich das ändern, kämen enorme neue Ausgaben auf die Stadt zu. In den kommenden Wochen wollen die Fraktionen über die Feuerwehr-Frage beraten.

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Doch noch keine Entscheidung


Von Stephan Brockmeier, 30.06.11, 12:27h
Über den künftigen Standort der Overather Feuerwehr wird der Rat vermutlich erst nach den Sommerferien entscheiden. Hintergrund der Verzögerung sind zusätzliche Fragen, die die CDU-Fraktion beantwortet bekommen möchte, bevor sie sich festlegt.

OVERATH Über den künftigen Standort der Overather Feuerwehr wird der Rat vermutlich erst nach den Sommerferien entscheiden. Hintergrund der Verzögerung sind zusätzliche Fragen, die die CDU-Fraktion beantwortet bekommen möchte, bevor sie sich festlegt. Bislang hatten die Politiker die Ratssitzung am 20. Juli zur Beschlussfassung vorgesehen.

Nach der jüngsten Sitzung der CDU-Fraktion, die im Rat die mit Abstand größte Gruppierung bildet, sagte deren Vorsitzender Oliver Hahn am Mittwoch auf Anfrage der BLZ, seine Fraktion habe Fragen insbesondere zu den wirtschaftlichen Konsequenzen der einen oder anderen Entscheidung. Hahn betonte aber: „Priorität hat für uns die Sicherheit.“

In Overath stehen derzeit drei zentrale Neubauvarianten im Hauptort sowie eine dezentrale Erweiterungslösung zur Diskussion. So könnte die Feuerwache

  • am derzeitigen Standort Propsteistraße im Herzen der Stadt neu und mit zusätzlichem Raum für weitere Fahrzeuge, insbesondere eine Drehleiter, errichtet werden,
  • die Wache könnte auf das so genannte „Stein-Gelände“ in der Nähe der Autobahnausfahrt verlagert werden,
  • die Wache könnte auf einem ebenfalls städtischen Grundstück an der Pérenchiesstraße am Schulzentrum errichtet werden oder
  • die 1967 eingeweihte Wache könnte geringfügig ergänzt werden, es müssten dann aber über einen Zeitraum von mehreren Jahren Standorte anderer Löscheinheiten ausgebaut werden (BLZ von Montag).

 

Im Gespräch mit der BLZ machte Hahn deutlich, dass in Zeiten des Nothaushaltes finanzielle Aspekte zu beachten habe. Wenn eine Verbindung aus Sicherheit und Wirtschaftlichkeit gelinge, sei einer solchen Lösung der Vorzug zu geben. Die Stadt müsse darauf achten, dass nicht nur Ausgaben vermindert, sondern auch Einnahmen erhöht würden.

Was Hahn dabei nicht explizit ansprach, ist der Wert der drei städtischen Grundstücke. Den größten Ertrag könnte die Stadt vermutlich erzielen, wenn sie das jetzige Feuerwehr-Gelände für ein Geschäftshaus freimachen und zudem das Stein-Gelände im Gewerbegebiet wieder verkaufen würde.

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Kleine Neubau-Lösung rückt näher

Von Stephan Brockmeier, 02.07.11, 07:06h
Zwei oder noch mehr Fliegen mit einer Klappe schlagen: Darauf läuft ein gestern veröffentlichtes Eckpunktepapier der FDP zur Zukunft der Feuerwehr in Overath hinaus. Laut der Untersuchung ist das heutige Gelände nicht für die Wehr zweckgebunden.
Über die künftige Unterbringung des Löschzuges im Zentralort von Overath wird in der Agger- und Sülz-Stadt seit Monaten intensiv diskutiert.

Overath - Zwei oder noch mehr Fliegen mit einer Klappe schlagen: Darauf läuft ein gestern veröffentlichtes Eckpunktepapier der FDP zur Zukunft der Feuerwehr in Overath hinaus.

Das von der Fraktion nach Beratungen mit der Wehr verabschiedete Papier favorisiert den bisherigen Standort Propsteistraße für die Kernaufgaben des Löschzuges, öffnet aber die Möglichkeit, das Feuerwehr-Gelände für weitere Möglichkeiten zu nutzen. Diese werden zwar nicht konkret benannt, es dürfte sich aber angesichts des zentralen Standortes und der bisherigen Debatte um eine Geschäftshausbebauung handeln.

Rechtliche Hindernisse für eine teilweise oder vollständige Umwidmung des bisherigen Feuerwehrstandortes gibt es nicht. Das ergaben Recherchen der Bergischen Landeszeitung beim Grundbuchamt am Bensberger Amtsgericht.

In Kreisen der Wehr war vermutet worden, der frühere Overather Feuerwehr-Chef Reiner Becher, der dieses Amt bis Oktober 1959 bekleidete, habe das heutige Feuerwehrgrundstück der Kommune mit der Zweckbindung „Feuerwehrgerätehaus“ vermacht.

Laut Grundbuchamt war dies aber nicht der Fall. Das Objekt Propsteistraße 9 sei in zwei Parzellen aufgeteilt, von denen die eine heute dem Rheinisch-Bergischen Kreis gehöre. Die zweite Parzelle, ein 2.138 Quadratmeter großes Flurstück, sei zwar im Jahre 1961 von Reiner Becher an die Kommune verkauft worden. Aus den Urkunden gehe aber „eine Beschränkung mit der ,Zweckbindung Feuerwehrhaus' nicht hervor“, teilte eine Mitarbeiterin des Grundbuchamtes auf schriftliche Anfrage der BLZ mit, und: „Ebenfalls war für dieses Flurstück keine Dienstbarkeit mit selbigem Zweck eingetragen.“

Während die Politiker also auf nur vermeintliche, 50 Jahre alte Festlegungen keine Rücksicht nehmen brauchen, bewegen sie sich weiterhin im Spannungsfeld von Sicherheit, Wirtschaftlichkeit und Attraktivität des Ehrenamtes. Mit einem weiteren Schein-Zwang räumt die FDP auf: „Die in dem bisherigen Entwurf zum Raumprogramm zugrunde liegende Prämisse, dass neue Fahrzeuge in jedem Fall in Overath stationiert werden müssen, ist weder rechtlich noch fachlich erforderlich.“ Die Atemschutzwerkstatt könnte nach Vilkerath verlagert werden. Auch die Rettungswache müsse nicht im Ortskern angesiedelt werden: „Da diese mit hauptamtlichem Personal besetzt ist, kann sie auch problemlos im Gewerbegebiet Burghof angesiedelt werden, von wo die Einsatzschwerpunkte auf der Autobahn sogar noch besser und schneller zu erreichen sind.“

Werde ein Gesamtkonzept für die Zukunft der Feuerwehr in ganz Overath und nicht nur im Hauptort geschaffen, so biete dies die Chance, einzelne Bauabschnitte zu bilden, so die FDP weiter. Mit ihrem Partner CDU sind sich die Liberalen bislang insoweit einig, dass der Rat nicht mehr vor, sondern erst nach der Sommerpause entscheiden sollte.

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